Giuseppe Prezzolini
Mensch und Wolke
(2000)
Unruhiger und widersprüchlicher “konservativer Anarchist”, wie er sich einmal selbst nicht ohne eine gewisse Genugtuung definierte; “Kulturunternehmer” und “Makler an der Literaturbörse” laut der beissenden Kritik von Russo, die aber implizit eine Anerkennung etlicher seiner Verdienste ausdrückt. So kann die Gestalt Giuseppe Prezzolinis, des Menschen, Schriftstellers, Journalisten und seine unerschöpfliche Persönlichkeit, wenn auch nur ganz knapp, vielleicht am besten umrissen werden. Als aufmerksamer und engagierter Zeuge der Geschehnisse eines ganzen Jahrhunderts spielte Prezzolini in Italien Anfang des 20. Jahrhunderts eine Hauptrolle, und zwar nicht nur auf literarischem Gebiet. Man kann zweifellos behaupten, dass viele Entwicklungen der italienischen Kultur der nachfolgenden Jahrzehnte bis zu den 80er Jahren an seine fruchtbare Tätigkeit als Verbreiter von Ideen und unermüdlicher Kulturorganisator geknüpft sind.
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